?>
premiumjet-blog

Premium Jet stellt sich vor: Sebastian Hüskes, Gulfstream G550 Copilot

Posted on by Sebastian Hüskes

Fast alle Piloten wollten fliegen seit sie laufen konnten, das war bei mir anders. Der Fliegervirus wurde bei mir erst relativ spät aktiv.

In einer Mediziner-Familie aufgewachsen, waren die ersten 16 Jahre meines Lebens vom Traum, Chirurg zu werden, geprägt und das Einzige, was beruflich in Frage kam. Bei vielen Flugreisen mit meinen Eltern schlich sich jedoch langsam aber sicher der Fliegervirus ein und spätestens nach dem Besuch eines Infotages der Lufthansa-Fliegerschule gab es keinen Tag mehr, an dem Zweifel an meinem späteren Beruf bestanden.
Trotz voller Unterstützung meiner Eltern, den Weg ins Cockpit gehen zu können, galt es vor der Fluglizenz noch die Hürde Reifeprüfung zu bewältigen. Nach manchmal mehr, manchmal weniger aufregenden Jahren am Gymnasium konnte ich das Abitur 2008 als „bestanden“ abhaken und kurze Zeit später die lange erhoffte Pilotenausbildung bei der Lufthansa Flight Training in Frankfurt beginnen. Von Januar 2009 bis Oktober 2010 wechselten sich Flugphasen in Kroatien und Rostock mit Theoriephasen in Frankfurt ab. Die praktische Ausbildung auf kleineren ein- und zweimotorigen Flugzeugen im verkehrsreichen europäischen Luftraum zu absolvieren, war anfangs anstrengend und sehr fordernd, bewies sich aber im Nachhinein als sehr nützlich.

Die ersten fliegerischen Schritte wurden hierbei auf einer Flotte von DV-20 (Katana) und DA-40 gegangen. Für die kommerzielle Fliegerei sind zwar mittlerweile auch einmotorige Flugzeuge zugelassen, jedoch muss jeder angehende Pilot, um die „frozen ATPL“ zu erhalten, seine Fähigkeiten auf mehrmotorigen Flugzeugen unter Beweis stellen. Ich durfte den letzten Teil meiner Ausbildung sowie den abschliessenden Checkflug auf einer PA-44 Seminole absolvieren.

Hueskes2.jpg

Nach abgeschlossener Ausbildung und der Fluglizenz in der Tasche ging das grosse Bewerben los. Während der Wartezeit bis zum ersehnten Arbeitsvertrag für einen Cockpit-Job entschloss ich mich, die „bodennahe“ Seite der Fliegerei kennenzulernen. Als Ramp Agent und im weiteren Verlauf als Load Controller am Köln-Bonner Flughafen konnte ich sehr gute und wichtige Erfahrungen für meinen Weg ins Cockpit sammeln.

Im Juli 2012 war es dann soweit. Der erste Cockpit-Job, in der Schweiz!

Auf einer Embraer Legacy 600 absolvierte ich grösstenteils Kurzstreckenflüge innerhalb Europas. Der grosse Vorteil dabei liegt in den vielen An- und Abflügen, die oft schnell hintereinander geflogen werden und deshalb in kurzer Zeit viel Erfahrung vermitteln. Knapp 1000 Flugstunden und circa 500 Flügen später bekam ich die Chance, eine neue Musterberechtigung zu erlangen und meinen fliegerischen Radius zu erweitern.

Seit nunmehr knapp 2 Jahren fliege ich in einem sehr erfahrenen und eingespielten Team auf einer Gulfstream 550 als Copilot auf der Langstrecke. Durch die enorme Reichweite der G550 und einem gutem Team im Hintergrund rücken Kontinente und Weltmetropolen immer näher zusammen. Fast jeder Ort auf der Welt ist mit maximal einem Zwischenstopp erreichbar.

Mein nächstes und grosses Ziel ist es, in den nächsten Jahren mein Upgrade zum Captain zu bekommen und dann vorne links im Cockpit Platz nehmen zu dürfen 🙂

Topics: Posted in Premium Jet Intern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.