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Pilot – Traumberuf und Karrieremöglichkeiten

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„Wenn ich einmal gross bin, dann werde ich Pilot“, so lautete früher oft der Kindheitstraum vieler Jugendlichen und der Beruf hat auch heute noch für viele nichts von seiner Faszination verloren.

Auch ich habe schon als Grundschüler ein sehr grosses Interesse für die Fliegerei entwickelt und mich seither für Flugzeuge interessiert. Mein Onkel war seinerzeit Privatpilot und als er mich auf einem Rundflug in Konstanz einmal mitgenommen hat und ich sogar selber die „HOAC H36 Dimona“ steuern durfte, wurde ich von dem Flugvirus endgültig infiziert!

Während meine Eltern den daraus resultierenden Pilotenzielen anfangs noch recht skeptisch gegenüberstanden, hat sich in mir das zukünftige Bild immer mehr gefestigt und meine Begeisterung wandelte sich sehr rasch zu meinem zukünftigen Berufsziel. Seither haben sie mich immer darin bestärkt, dem Weg meines Berufswunsches nachzugehen und mich in allen Phasen unterstützt, um mir diesen Kindheitstraum zu erfüllen und so habe ich schliesslich nach der abgeschlossenen Matura und dem Militärdienst meine Pilotenausbildung begonnen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass viele Wege ins  Cockpit führen können, von denen ich nachfolgend einige kurz umreissen möchte. Auch sind die späteren Einsatzmöglichkeiten nicht nur auf Airlines beschränkt. Sehr interessant ist ebenso der fliegerische Dienst beim Militär oder auch die Geschäftsfliegerei!

Grundsätzlich ist neben der Affinität zur Aviatik natürlich auch die Eignung ein zentraler Punkt, der zunächst abgeklärt werden sollte. Dies geschieht entweder über ein Assessment Center diverser Airlines, dem DLR oder direkt über die Berufspilotenschule. Die persönliche Eignung überprüft die motorischen Fähigkeiten, Kenntnisse in Physik, Mathematik sowie die medizinische Verfassung. Nach erfolgreicher Eignungsabklärung kann es schliesslich mit der Pilotenausbildung losgehen.

Hier gibt es nun die Möglichkeit den Weg direkt über eine Airline zu wählen, oder bei einer anerkannten Flugschule die Ausbildung zu absolvieren, wobei viele Fluggesellschaften auch hierüber ihren Pilotennachwuchs beziehen. In jedem Fall aber muss die Pilotenausbildung selbst finanziert werden und hier zeigt sich oft das grosse Risiko, welches zunächst von jedem Kandidaten eingegangen werden muss. Eine Anstellungs- bzw. Übernahmegarantie gibt es bei keiner Gesellschaft und man kann bei der teilweise schwankenden Konjunktur nicht immer darauf vertrauen, gleich einen Platz im Cockpit zu erhalten.

Das Ziel ist jedoch zunächst den ATPL (Airline Transport Pilot Licence) zu erlangen. Ich habe damals die Ausbildung an der German Flight Academy gewählt. Die Ausbildungsstufen und Inhalte sind hierbei standardisiert und werden von der Luftfahrtbehörde vorgegeben. Neben der Theorie in den Fächern Navigation, Meteorologie, Elektrotechnik, Luftrecht und Aerodynamik, muss man natürlich auch ein Funksprechzeugnis erlangen. Der Höhepunkt einer jeden Pilotenausbildung ist das eigentliche Flugtraining. Simulatoren, Verfahrenstrainer sowie ein- und zweimotorige Propellermaschinen kommen fortan zum Einsatz, auf denen Flugmanöver sowie Flugverfahren immer wieder geübt werden. Die Ausbildung findet in Europa statt, wobei in den meisten Fällen das Flugtraining in den USA durchgeführt wird, da nur hier die Voraussetzungen für optimale Wetterbedingungen gegeben sind. Je nach Flugschule stehen hierbei entweder Florida oder Arizona zur Wahl.

Nachdem ich nun innerhalb von 2 Jahren die einzelnen Ausbildungsstufen vom PPL (Private Pilot Licence), der CPL (Commercial Pilot Licence) bis zur ATPL (Airline Transport Pilot Licence) erfolgreich absolviert hatte, sollte es nun endlich losgehen – durchstarten als First Officer im Cockpit eines Verkehrsflugzeugs. Doch wurde ich leider genau zu jenem Zeitpunkt fertig, als New York am 9/11 einem Terroranschlag zum Opfer fiel. Die Fliegerei kam fast komplett zum Erliegen und Piloten wurden nicht mehr gesucht. Ich entschloss mich, eine Kunstflugausbildung als Ergänzung zu meinem ATPL zu machen und habe so die Zeit mit grossen Erfahrungen im Bereich des aerodynamischen Grenzbereichs überbrückt und sehr genossen. Der Markt öffnete sich wieder und ich hatte die Möglichkeit, auf einem Privatjet als Co-Pilot Eintritt in das „Gesamtkunstwerk“ der Berufsfliegerei zu erhalten. Die Business Aviation hatte es mir fortan angetan. Auch hier gibt es die gleichen Karrieremöglichkeiten, wie sie etwa bei den Airlines üblich sind. Nach einigen Jahren wurde ich Kapitän und bin auf einen Mittel- bis Langstrecken Jet umgeschult worden. Seit 2010 bin ich Trainings-Kapitän bei der Premium Jet und als NPCT (Nominated Person Crew Training) verantwortlich für die Trainingsabläufe in der Firma. Seit inzwischen fast 20 Jahren fliege ich nun mit der gleichen Leidenschaft und Begeisterung, wie damals mein Onkel in der „Dimona“ – nur mit dem Privileg, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben.

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Topics: Posted in Premium Jet AG

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