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Part-NCC – ist Ihr Privatflugzeug von der neuen Verordnung betroffen?

Posted on by Peter Hartmann

Ab August 2016 gilt für alle nicht-gewerblichen Luftfahrzeugbetreiber die neue Verordnung der European Aviation Safety Agency (EASA) Part-NCC. Im Part-NCC sind Regelungen zum Betrieb von Flugzeugen und zur Flugsicherheit enthalten, die den Vorschriften für kommerzielle Luftfahrtbetreiber recht nahe kommen.

Die EU-Verordnung 965/2012 wurde am 5. Oktober 2012 beschlossen und legt die grundlegenden technischen Vorgaben und administrativen Vorgehensweisen für den nicht-gewerblichen Flugbetrieb fest. Die Verordnung wurde seitdem einige Male erweitert, was bei vielen Luftfahrtbetreibern zu Verwirrung geführt hat, sodass sie nicht wissen, ob sie von der Verordnung betroffen sind. Daher wollen wir uns in diesem Artikel damit befassen, für welche Arten von Privatflugzeugen der Part-NCC gilt, welche Massnahmen erforderlich sind – und was passiert, wenn diese nicht umgesetzt werden.

Welche Flugbetreiber sind betroffen?

Die Verordnung gilt für alle nichtgewerblichen Betreiber von technisch komplexen Luftfahrzeugen (wie sie unter EASA Part-NCC definiert sind). Es sind also sowohl Betreiber (Operator) betroffen, die in einem EASA-Mitgliedsland wohnen, wie auch solche, die vornehmlich ein einem EASA-Mitgliedsland operieren. Neben den EU-Mitgliedsstaaten zählen hierzu auch Island, Liechtenstein, die Schweiz und Norwegen. Sämtliche nichtgewerblichen Betreiber, die ein Luftfahrzeug nutzen, das unter die Regelungen der Vorschrift fällt, müssen die Vorgaben umsetzen – einschliesslich Piloten, die ihr eigenes Flugzeug betreiben.

Welche Luftfahrzeuge sind betroffen?

Der Part-NCC gilt für Schwenkrotor-Luftfahrzeuge und Helikopter mit einer Höchstabflugmasse von mehr als 3,175 Tonnen. Sind für einen Helikopter mindestens zwei Piloten vorgeschrieben oder bietet er Platz für neun oder mehr Passagiere, fällt er ebenfalls unter die Regelungen des Part-NCC.

Bei nicht-gewerblichen Flugzeugbetreibern sind nur sogenannte „technisch komplexe“ Flugzeuge betroffen. Laut Definition der EASA sind dies Flugzeuge mit einer Höchstabflugmasse (MTOM) von 5,7 Tonnen oder mehr. Flugzeuge mit einem Turboprop-Triebwerk mit einer MTOM jenseits dieser Grenze oder zwei beziehungsweise mehr Turboprop-Triebwerke, gilt es ebenfalls als technisch komplex. Bietet das Flugzeug mehr als 19 Passagieren Platz oder sind für den Betrieb mindestens zwei Piloten vorgeschrieben, fällt es ebenfalls unter die NCC-Regelung. Flugzeuge mit Jet-Triebwerken sind, unabhängig von der Grösse, immer von der Vorschrift betroffen.

Was passiert bei Nichtbeachtung der Vorschrift?

Wird Part-NCC nicht umgesetzt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Sie müssen gegenüber den zuständigen Behörden Ihre „Compliance“ schriftlich bestätigen, ausserdem können, besser gesagt werden die von Ihnen festgelegten Verfahren von den Behörden überprüft werden. Daher ist es wichtig, die Vorschriften rechtzeitig vor dem Stichtag umzusetzen – andernfalls wäre ein fortgeführter Flugbetrieb gesetzeswidrig. Die zuständige Behörde kann für nichtgewerbliche Flugbetreiber ein Startverbot verhängen, wenn die Vorgaben von Part-NCC nicht vollständig beachtet wurden.

Was bedeutet das?

Ein Startverbot kann für einen nicht-gewerblichen Flugbetreiber schwere finanzielle Folgen haben. Bei einer Nichtbeachtung der NCC-Vorschriften drohen aber noch weitaus schlimmere Folgen, denn der Flugbetrieb wäre dann nicht legal und könnte mit einer Geld- oder sogar einer Gefängnisstrafe geahndet werden. Ausserdem können Versicherungen und Leasing-Firmen ein solches Verhalten als grob fahrlässig und damit vertragswidrig ansehen und somit bestehende Verträge aufkündigen. Bei einem Schadensfall wäre es daher äusserst unwahrscheinlich, dass Ihre Versicherung den Schaden regelt, wenn sie erfährt, dass Sie gegen die Regelungen von Part-NCC verstossen haben.

Treffen Sie jetzt die richtigen Massnahmen

Da der Stichtag des 25. August 2016 immer näher rückt, ist es dringend erforderlich, dass Sie jetzt dafür sorgen, alle Vorgaben zu erfüllen. Zum Glück gibt es für Piloten, die ihr eigenes Flugzeug betreiben und kleinere, nichtgewerbliche Betreiber aber Hilfe bei der Bewältigung der neuen Verfahrensweisen und Dokumentation, die von ihnen verlangt werden.

Unser Leitfaden „Part-NCC – sind Sie bereit?“ liefert Ihnen eine exakte Übersicht über die Massnahmen, die Sie treffen können, um die neue Regelungen umzusetzen. Jetzt downloaden.

Topics: Posted in Aircraft Management, Allgemein, EASA Part-NCC

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