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Jamil Al-Khalisi / Detour Berlin-Zürich

Posted on by Marcel Wepfer

Es ist Samstag und ein normaler Tag im Dispatch der Premium Jet. Um 17:30 Uhr startet unsere Gulfstream G550 von Zürich nach Sydney, wo sie – inklusive eines Stopps in Bangkok zum Auftanken und Crewwechsel – nach rund 20 Stunden ankommen wird. Die Mission lässt nur eine Reserve von maximal 40 Minuten zu, ansonsten ist der Zoll am Flughafen in Sydney nicht mehr verfügbar! Alles muss somit wie ein Schweizer Uhrwerk funktionieren und für die Einsatzplanung («Dispatch») der Premium Jet heisst das, den Flug permanent zu überwachen und bei Bedarf Lösungen zu entwickeln – immer im Sinne des Kunden und unter Einhaltung strengster Qualitäts- und Safety-Standards.

Das Motto unseres Dispatch ist: Es gibt kein «es geht nicht» und wir haben immer einen Plan B, denn unsere Kunden und Ihre Sicherheit stehen an erster Stelle! Dem Dispatcher wird dabei 24/7 ein enormes Mass an Flexibilität, technischem Know-how und Kundenorientierung abverlangt.

Unser Kunde erreichte Sydney pünktlich. Während er mit der Gulfstream unterwegs war, waren einige kleine Anpassungen notwendig und im Hintergrund wurde hart gearbeitet – der Passagier hat davon aber nichts mitbekommen, das ist für uns sowohl Bestätigung als auch Motivation

Herzlichen Dank meinem ganzen Team!

Zu meiner Person:

Als West-Berliner Junge, umschlossen vom sogenannten «sozialistischen Schutzwall», hegte ich immer den Wunsch, Teil der Aviatik Familie zu werden und so die Welt ausserhalb der Berliner Mauer zu entdecken.

Die Chance sollte ich bekommen als Lufthansa nach dem Mauerfall wieder als deutscher Carrier nach Berlin Tegel fliegen durfte. Sie suchten – beinahe über Nacht, weil die damalige Staats-Airline den Flugbetrieb per sofort aufgab – Mitarbeiter, die den Flugbetrieb in Berlin aufbauten und sicherstellten. Wir wurden nach Lufthansa-Standards im Bereich Dispatch sowie Weight & Balance geschult und so fit gemacht für diese Pionierarbeit.

Danach konnte ich auch auf anderen Stationen und in verschiedenen Funktionen innerhalb der Lufthansa-Welt arbeiten (u.a. Operations, Traffic Control, Cargo, Customer Service, Vorfeldarbeit etc.) und lernte nicht zuletzt dadurch viel über Flexibilität, Kollegialität und Lösungsfindung – allesamt Erfahrungen, die mich prägten und von da an auf meiner ganzen beruflichen Karriere begleiten sollten.

Nach Lufthansa-internen Umstrukturierungen Anfang 2000 ergab sich für mich die Möglichkeit, mich dem British Airways Load Control anzuschliessen. Ich war fortan zuständig für die Abwicklung aller BA Flüge aus Europa und Afrika.

Mehr und mehr drängten die Billig-Fluglinien auf den Markt und die damit verbundenen Veränderungen veranlassten mich, nach einem kurzen Abstecher als Ground Ops Manager bei einem Deutschen Carrier, neue Wege zu gehen.

Ich fragte mich damals selbst, was ich kann und was ich will … zum einen liebe ich die Aviatik, technische Prozesse und das Arbeiten an komplexen Lösungen und zum anderen bin ich ein Dienstleister aus Überzeugung.

Und so stellte ich die Weichen in Richtung Geschäftsfliegerei, zog in die Schweiz, dem «Mekka» der Business Aviation, und heuerte im Dispatch der ExecuJet an, einem Operator mit weltweiter Anerkennung.

Wie so oft im Leben war der Einstieg nicht leicht und das Vorwärtskommen mit Rückschlägen verbunden. Nach Umwegen landete ich schliesslich bei der heutigen Premium Jet, einem Unternehmen, das mich mit seiner Philosophie und den grossartigen Mitarbeitern überzeugte. Ein Teil dieses Teams zu sein und als Chef-Dispatcher meinen Beitrag im Sinne des Unternehmens und der geschätzten Kunden leisten zu dürfen, erfüllt mich mit einer hohen Zufriedenheit.

Für mich gilt somit die Devise: «Angekommen über Umwege» … oder wie es schon im Titel hiess «Detour Berlin-Zürich»

Ich danke allen Wegbegleitern und Unterstützern, im Besonderen dem von mir hochgeschätzten ehemaligen CEO Peter Hartmann sowie dem Management der Premium Jet und allen Mitarbeitenden.

Jamil Al-Khalisi

Topics: Posted in Premium Jet Intern

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