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EASA Part-NCC Verordnung – sechs Fragen, die Sie sich stellen sollten

Posted on by Peter Hartmann

Part-NCC wurde bereits 2013 von der European Aviation Safety Agency (EASA) erstellt, 2014 und 2015 folgten allerdings mehrere Ergänzungen. Aus diesem Grund erscheint die Regelung auf den ersten Blick wenig klar und vermutlich gehen auch Sie davon aus, dass weitreichende technische Fachkenntnisse nötig sind, um die neuen Vorschriften umzusetzen.Daher haben wir die grundlegenden Elemente der Vorschrift für Sie im Folgenden zusammengestellt. Offiziell gilt die Regelung für sämtliche nichtgewerblichen Betreiber von technisch komplexen Luftfahrzeugen, die ihren Wohn- oder Geschäftssitz in einem Mitgliedsland der EASA haben. Dazu gehören auch Piloten, die ein eigenes Flugzeug betreiben. Die unten stehenden Fragen sollen Ihnen helfen zu verstehen, wie sich Part-NCC auf Ihre Flugpraxis auswirken kann.

1. Was bedeutet „Part-NCC“?

Das „NCC“ in „Part-NCC“ steht für „non-commercial complex“, also nichtgewerblich und technisch komplex. Der Part-NCC der EASA-Verordnung zum Luftverkehr (EU-Verordnung Nr. 965/2012) gilt demnach für alle nichtgewerblichen Flüge, die in technisch komplizierten, turbo- und jet-motorbetriebenen Luftfahrzeugen durchgeführt werden. Hierzu zählen sowohl Flugzeuge als auch Hubschrauber. Die Verordnung regelt viele (alle?) Aspekte des Flugbetriebs, wie etwa die Nutzung von tragbaren elektronischen Geräten an Bord oder die Vorschriften bezüglich des sogenannten „Sterile Flight Decks“. Zudem enthält sie u.a. Regelungen zu Sicherheitssystemen wie beispielsweise Flugschreibern oder Unterwasser-Ortungsgeräten.

2. Wer ist betroffen?

Die neuen NCC-Vorschriften bedeuten für viele private Flugzeugbetreiber – einschliesslich Piloten mit eigenem Flugzeug – dass sie sich an wesentlich striktere Regelungen halten müssen. Im Grunde müssen nichtgewerbliche Flugbetreiber, die technisch komplexe Luftfahrzeuge einsetzen, ähnliche Sicherheitsauflagen erfüllen wie gewerbliche Lufttransportunternehmen. Trotz der stärkeren Regulierung ist die Vorschrift der EASA aber so ausgelegt, dass der Grad der Regulierung dem Flugbetrieb und dem Flugzeugtyp angepasst ist.

3. Für welche Luftfahrzeuge gilt die Regelung?

Wie bereits erwähnt, gilt Part-NCC für die nichtgewerbliche Nutzung von technisch komplexen Luftfahrzeugen. Per Definition der EASA für „technisch komplexes Luftfahrzeug“ sind dies Flugzeuge mit einer Höchstabflugmasse von über 5,7 Tonnen, die von einem Turbojet-Triebwerk oder mehr als einem Turboprop-Triebwerk angetrieben werden, Platz für 19 oder mehr Passagiere bieten oder zwei Piloten benötigen.,.

Schwenkrotor-Luftfahrzeuge und Helikopter, die eine Höchstabflugmasse von mehr als 3,175 Tonnen haben, mindestens zwei Piloten benötigen oder mehr als neun Passagiere transportieren können, sind ebenfalls von den Part-NCC-Regelungen betroffen.

4. Welche Massnahmen sind erforderlich?

Um die Vorgaben von Part-NCC zu erfüllen, müssen Luftfahrtbetreiber ein den Vorgaben entsprechendes Flugbetriebshandbuch erstellen, das sämtliche Anweisungen, Informationen und Sicherheitsverfahren für das genutzte Flugzeug und die Crew enthält. Das Handbuch muss zudem die Themen Flugdatenerfassung, Crewausbildung und Flugqualifikationen behandeln. Darüber hinaus müssen das Managementsystem des Flugzeugs, sämtliche anderen Systeme für die Betriebskontrolle, das Sicherheitsmanagement und Flugzeitgrenzen beschrieben werden. Die Betreiber müssen nun also eine umfassende Dokumentation der Flugtauglichkeit und der Sicherheitsvorkehrungen vorlegen, einschliesslich aller thematisch zugehörigen Dokumente.

5. Welche Folgen kann ein Verstoss haben?

Betreiber oder Besitzer, die die Regelung zum Stichtag der EASA nicht umgesetzt haben, setzen sich dem Risiko einer zivil- und strafrechtlichen Verfolgung aus. Versicherungen können bei Unfällen die Zahlung verweigern, ausserdem ist es sehr wahrscheinlich, dass bei einer Nichtbeachtung der Verordnung dem Betreiber die Fluglizenz entzogen wird. Besitzer, die selbst für eine regelkonforme Umsetzung der Vorschrift sorgen wollen und damit der Operator sind, müssen dies schriftlich ihrer zuständigen Luftfahrtsbehörde bestätigen und übernehmen damit die volle Haftung. Entscheiden sie sich dagegen für eine Umsetzung über einen Betreiber mit einer AOC, ist ihre Haftung beschränkt.

6. Wann muss die Verordnung umgesetzt sein?

Die EASA hat als Termin für die Verordnung den August 2016 festgelegt – Betreiber, die die Verordnung bis dahin nicht umgesetzt haben, verhalten sich demnach gesetzeswidrig.

Da der Termin immer näher rückt, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Unterlagen und Verfahren den Regelungen von Part-NCC entsprechen. Angesichts der Zeit, die für die Umsetzung neuer Verfahrensweise nötig ist, dürfen Sie jetzt keine weitere Zeit verschwenden.

Möchten Sie mehr über die notwendigen Schritte zur Umsetzung der EASA-Verordnung erfahren? Laden Sie jetzt unser Whitepaper „Part-NCC – sind Sie bereit?“ herunter.

 

Topics: Posted in Aircraft Management, Allgemein, EASA Part-NCC

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